Roadtrip Schweiz (Teil 1): Von Rheinfall über Zürich & Bern nach Interlaken

Unsere Sommerroute: Wien → Graz → Meran (kurzer, feiner Stopp) → Stilfser JochSchweiz → Frankreich → Italien → Wien. Das Stilfser Joch zeigte sich bei uns leider wetterlaunisch – landschaftlich imposant, aber ohne Sonne weniger spektakulär.
In diesem Beitrag geht’s nur um den Schweiz-Teil: leicht zu lesen, voll mit praktischen Tipps für deinen eigenen Schweiz Roadtrip – inkl. Dingen, die wir leider aus Zeitmangel, Schlechtwetter oder großem Andrang auslassen mussten, aber nicht weniger sehenswert gewesen wären.


Davos & Vaduz – Camping am See, kurzer Hauptstadt-Check

Davos (Davosersee)

Der Campingplatz Davosersee ist online einfach buchbar und super unkompliziert (keine Schranken, freies Rein/Raus). Der See ist ca. 1 3/4 Stunden vom Stilfser Joch entfernt und eignet sich ideal für eine Laufrunde, ein Morgenbad oder einen Sundowner – perfekt zum Ankommen in der Schweiz.

Tipps:

  • Vorab reservieren, besonders im Sommer / an Feiertagen.
  • Zeitbedarf: 1 Nacht reicht, wenn Baden/Run & Ruhe im Fokus stehen.
  • Versorgung: Einkaufen vorher erledigen – am See will man nicht mehr weg.

Vaduz (Liechtenstein)

Überschaubar, nett als Zwischenstopp (aber definitiv kein Muss!): eine belebtere Straße namens „Städtle“, Schloss Vaduz (leider nicht einsehbar, da privat), Aussichtspunkt Känzile – Aussicht über Vaduz.
Park-/Übernachtung: Am Rheinpark Stadion kannst du am Wochenende mit Camper kostenlos stehen (immer Beschilderung/Regeln checken).

Missouts in der Region:
Die 5-Seen-Wanderung am Pizol & Kunkelspass/Kunkels Pass (Schlechtwetter, hätten wir gern gemacht)– beide kommen auf die „Nächstes-Mal-Liste“.


Saxer Lücke – Seilbahn, Grat & Naturkino

Mit der Staubern-Seilbahn (ca. 40 CHF retour, Stand 2025) schwebst du rasch ins Panorama. Von der Bergstation führt ein aussichtsreicher Weg zur Saxer Lückefotogen, stellenweise gratnah, bei klarer Sicht eine atemberaubende Aussicht in die Ferne. Alternative: Alpstein.

Tipps

  • Route planen (z. B. via Komoot). Meine Route findest du hier.
  • Wetterfenster auf Bergfex oder Meteoblue checken – Nebel killt die Aussicht.
  • Gutes Schuhwerk, Sonnencreme & Wasser nicht vergessen; oben gibt’s wenig Schatten.

Übernachtung: Camping Bächliruhig, sauber, landschaftlich wunderschön.


Rheinfall & Zürich – kurz & knackig (inkl. Lindt Museum)

Rheinfall (Schaffhausen)

2 Stunden reichen locker für Stege, Fotos & Staunen. Parken am Besten hier.
Bootstour (Felsenfahrt) auf die Insel wirkt lohnend+ ~1 Stunde einplanen.
(Orientierung: Plattformen ~8 CHF p. P., Stand 2025.)

Zürich

Als Tourist: weniger „Wow“, aber sehr lebenswert. Schön: Lindenhof, Altstadt, Bahnhofstraße, Limmat-Bänke beim kleinen Hafner (Schwäne beobachten). Bei mehr Zeit: Landesmuseum, Viaduktstraße, Essen in Frau Gerolds Garten, Großmünster. Grundsätzlich reicht ½–1 Tag
Lindt Home of Chocolate: tolle Experience – Bauchweh von zu viel Schoko inklusive 😉


Bern – die ausführliche Liebeserklärung 💚

Schon die Einfahrt über die Kirchenfeldbrücke war ein Wow-Moment: Aare in Türkis, Altstadt wie gemalt.
Parken: Parkhaus Casinoteuer, aber zentral und im Vergleich zu Alternativen noch okay.

Bern Sehenswürdigkeiten (Best-of)

Eindruck: Für uns die romantischste & schönste Stadt der Reise – grün, sauber, charmant.
Preisrealität: Döner 13,50 € – Schweiz halt.

Übernachtung: Campingplatz Eichholzruhig, sauber & direkt an der Aare. Alternative: Stellplatz Dinkelbühl 20 Min. entfernt von Bern (zwar ohne WC/Duschmöglichkeit, dafür mitten im Berner Oberland)


Interlaken & Umgebung – Lauterbrunnen, Grindelwald & Gelmersee

Lauterbrunnen

Staubbachfall = ikonisch. In der Hochsaison sehr vollfrüh anreisen!
Einordnung Wasserfälle: Mürrenbachfall & Trümmelbachfälle wirkten für uns weniger spektakulär als der Staubbachfall. Von Lauterbrunnen aus hat man den besten Blick auf den Staubbachfall.

Grindelwald

Hübsch, erinnert stark an einen Winterort – im Schnee vermutlich märchenhaft. Ideal zum Durchbummeln & Kaffeestopp. Von Grindelwald fährt der Eiger Express Richtung Jungfraujoch weg. Parkhaus Eiger+ guter Ausgangsort.

Gelmerbahn & Gelmersee

Die viralen „Achterbahn-Clips“ sind überdreht – die Bahn (20 CHF je Fahrt, Stand 2025) ist langsam, das Erlebnis trotzdem top. Sparfüchse und Sportler gehen zu Fuß zum Gelmersee rauf und fahren mit der Bahn runter.
Für Gelmersee: mind. 3 h für die Umrundung (inkl. Snackpause & Badestopp) einplanen. Stellenweise lose Steine, kaum Sicherungennichts für Kleinkinder.

Missouts Interlaken/Jungfrau-Region:
Wandern am Hardergrat oder zum Bachalpsee , mit Eiger Express und Zahnradradbahn aufs Jungfraujoch, Aareschlucht (zu wenig Zeit), Zentralschweizer Pässe Furka, Gotthard & Oberalp (Route).
Tipp: Mehr Zeit in der Region einplanen – lohnen sich alle !


Genf & Genfersee – City meh, See gut fürs Vanlife

Genf selbst fanden wir weniger charmant. Klassiker: Jet d’Eau (mit 140m größter Springbrunnen Europas), Jardin Anglais, Altstadt (Place du Bourg-de-Four, Promenade de la Treille), Palais des Nations – in ein paar Stunden machbar.
Van-Fallstrick: Viele Garagen 2,10 m Höhenlimit – mit VW Bus schwierig. Parking des Gazomètres eine der wenigen Möglichkeiten.

Genfersee

  • Abseits der Hotspots teils angenehm ruhiggute Van-Option mit vielen Campingplätzen.
  • Wildcampen ist restriktiv: Regeln & Verbotsschilder beachten.

Top-Highlights (unser Best-of)

  1. Davosersee – idyllisch & easy online buchbar
  2. Rheinfall – kurz & beeindruckend (+Boot optional)
  3. Bern – Zytglogge, Münsterplattform & Aare-Momente
  4. LauterbrunnenStaubbachfall (gratis & unser Favorit)
  5. Saxer Lücke – Seilbahn + Gratblicke = Naturkino
  6. Gelmersee – ruhiger Stausee, „abenteuerliche“ Uferpassagen

Missout Tessin:
Ponte dei Salti im Verzascatal – wegen Strecke/Timing ausgelassen. Next time-Must! (glasklares Wasser, ikonische Steinbrücke)


Wissenwertes für Euren Schweiz-Trip

  • Staubern-Seilbahn macht Sinn, wenn von Bergstation weg größere Tour geplant ist: ~40 CHF retour
  • Südufer (Schloss Laufen) schöner als Nordufer: Rheinfall-Plattformen: ~8 CHF p. P. (Nordufer dafür kostenlos)
  • Essen gehen: oft 35–45 € p. P. (ohne Luxus)
  • Campingplätze normalpreisig: 20-45 CHF pro Nacht
  • Parken: teuer, aber gute Lage spart Zeit/Nerven
  • Wetterapps wie Bergfex oder Meteoblue nutzen
  • Camping Packliste erstellen und nichts vergessen – siehe Dir hierzu gerne meinen anderen Beitrag an.
  • Beste Reisezeit spontan in Nebensaison und nur bei Schönwetter planen
  • E-Vignette (40 CHF, Stand 2025) im Vorhinein besorgen
  • Nahezu alles mit Karte bezahlbar, Cash kaum notwendig, aber dennoch empfehlenswert

Fazit – Schweiz, wir kommen wieder

Der Schweiz Roadtrip ist landschaftlich ein Brett: kristallklare Seen, Postkarten-Panoramen, charmante Städte – gleichzeitig teuer und an Hotspots überlaufen.
Wer zeitig startet, Tickets vorbucht und die Unterkunft früh reserviert, reist selbst in der Hochsaison stressfrei. Tipp: Nebensaison ist dennoch empfehlenswert.

Wenn du nur 3 Regeln mitnimmst:
früh aufstehen lohnt sich, Bern nicht auslassen, „Gruezi/Hoi„.

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