Südtirol im Camping-Bus: Eine unvergessliche Wanderreise durch die Dolomiten

Im späten September brach ich zu meiner ersten Reise mit dem Camping-Bus alleine auf – und zwar nach Südtirol. Diese Rundreise kann ich jedem nur empfehlen, der sich für Wandern begeistert und die Schönheit der Dolomiten erleben möchte. Die Region bietet nicht nur atemberaubende Ausblicke, sondern auch perfekte Wanderbedingungen. Allerdings sollte man im September auf das Wetter achten, denn in den höheren Lagen wird es schnell kühl – nachts ging die Temperatur teils bis zum Gefrierpunkt, was mich dazu brachte, eine dicke Decke zu nutzen, um über die Nacht zu kommen. Ein weiteres kleines Manko: Die Feuchtigkeit im Bus, die durch die Kälte entstand und alles etwas unangenehm machte.

Trotz der kühleren Temperaturen hatte die Reise aber auch ihre Vorteile. Es war deutlich ruhiger auf den Wanderwegen und den Campingplätzen, was zu einem entspannenden Erlebnis führte. An den weniger frequentierten Campingplätzen fand ich problemlos einen Stellplatz, was für mich als Alleinreisender eine große Erleichterung war.

Meine Reise war für etwa eine Woche geplant und führte mich zu den besten Wanderwegen und schönsten Orten in Südtirol. Wenn du auf der Suche nach einer Kombination aus Naturerlebnis, Ruhe und Abenteuer bist, dann ist diese Route genau das Richtige!

Tag 1-2: Drei absolute Highlights gleich zu Beginn der Reise

Startet eure Reise in Südtirol mit einer entspannenden Nacht im Caravan Park Sexten oder dem Camping Olympia, zwei ausgezeichneten Stellplätzen für Caravan-Reisende. Beide bieten eine Vielzahl an Annehmlichkeiten, aber während der Caravan Park Sexten eher luxuriös ist, hat Camping Olympia den Vorteil, dass es besonders gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist – ideal, um die Umgebung bequem zu erkunden. Hier habt ihr die Möglichkeit, zwei der bekanntesten Highlights von Südtirol zu erleben:

  1. Die Rundwanderung um die Drei Zinnen – Ein absolutes Muss für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Die imposanten Drei Zinnen sind wohl das bekannteste Wahrzeichen der Dolomiten. Die Wanderung führt euch durch beeindruckende Berglandschaften und gibt euch immer wieder atemberaubende Ausblicke auf diese majestätischen Gipfel.
  2. Der Pragser See – Ein wahres Juwel der Natur, dessen smaragdgrünes Wasser von den steilen Berghängen des Naturparks Fanes-Sennes-Prags eingerahmt wird. Eine entspannte Wanderung rund um den See oder eine Bootsfahrt darauf sind ideale Möglichkeiten, diese friedliche Umgebung zu genießen.
  3. Plätzwiese – Ein weiteres Highlight, das ihr unbedingt einplanen solltet. Diese Alm auf 1.800 Metern Höhe ist nicht nur für ihre wunderschöne Aussicht bekannt, sondern auch für ihre malerischen Wanderwege. Umgeben von den mächtigen Dolomiten, bietet Plätzwiese eine einzigartige Kulisse, die besonders für Naturliebhaber und Fotografen faszinierend ist. Hier könnt ihr inmitten unberührter Natur wandern und die friedliche Atmosphäre genießen.

Alle drei Ziele – die Drei Zinnen, der Pragser See und die Plätzwiese – sind hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, was die Reise besonders bequem und kostengünstig macht. Es ist jedoch ratsam, Fahrkarten frühzeitig zu buchen, da diese Strecken zu bestimmten Zeiten sehr gefragt sein können.

Tag 3: Cortina d’Ampezzo und Camping Sass Dlacia

Am dritten Tag führt euch eure Reise weiter über die malerische Stadt Cortina d’Ampezzo und über den Vaporalapass – eine spektakuläre Strecke, die atemberaubende Ausblicke auf die Dolomiten bietet. Achtet darauf, vorher zu überprüfen, ob der Pass geöffnet ist, da er in der Wintersaison manchmal gesperrt sein kann. Am Abend erreicht ihr das idyllische Camping Sass Dlacia, das sich mitten im Wald befindet und von Bergen umgeben ist. Dieser Campingplatz ist ein Paradies für Naturfreunde und bietet die Möglichkeit, direkt vom Platz aus zu wandern. Die ruhige Lage und das einzigartige Ambiente machen ihn zu einem perfekten Rückzugsort für eine Nacht inmitten der Natur.

Falls Camping Sass Dlacia nicht ganz euer Stil ist, gibt es als Alternative den Camping Colfosco, der zwar weniger charmant, aber dennoch eine schöne und gut gelegene Option ist.

Tag 4: Seceda und das Grödnertal

Der vierte Tag eurer Reise bringt euch zu einem weiteren Highlight: Seceda im Grödner Tal. Ihr erreicht Seceda bequem von Ortisei (Sankt Ulrich) aus. Dort könnt ihr in der Parkgarage in der Nähe des Ortszentrums parken (maximale Höhe 2,20 Meter) und anschließend mit der Seilbahn auf den Gipfel fahren. Die markanten, spitzen Berge von Seceda bieten eine beeindruckende Kulisse, die sich perfekt für Fotos und Wanderungen eignet. In Ortisei selbst könnt ihr durch die malerischen Straßen schlendern und in einem der gemütlichen Restaurants einkehren. Der Ort strahlt alpenländischen Charme aus und ist ein schöner Ort, um einen entspannten Nachmittag zu verbringen. Am Abend geht es weiter zum Camping Seiser Alm, der am Fuße des Schlern-Massivs gelegen ist und ein weiteres Highlight dieser Reise darstellt.

Tag 5: Meran oder Karersee?

Am fünften Tag habt ihr zwei Optionen: Entweder ihr fahrt nach Norden, um Meran zu besuchen und den atemberaubenden Timmelsjoch zu bestaunen, oder ihr dreht in Richtung Süden und besichtigt den Karersee sowie den Gardasee. Ich habe mich für die südliche Route entschieden, da ich meine Reise anschließend in die Toskana fortsetzen wollte.

Der Karersee ist ein wunderschöner Bergsee, der von den Dolomiten umrahmt wird und besonders bei klarer Witterung in intensiven Farben schimmert. Zwar ist die Umgebung beeindruckend, doch leider war der Parkplatz dort kostenpflichtig und der See sehr überlaufen, was die Erfahrung etwas trübte. Trotzdem lohnt es sich, die Gegend zu erkunden, wenn man mehr Zeit hat.

Fazit: Südtirol – Ein Paradies für Naturfreunde und Abenteuerlustige

Südtirol bietet eine perfekte Mischung aus spektakulären Naturwundern, charmanten Dörfern und einer Reihe an Outdoor-Aktivitäten für jedes Abenteuerlevel. Ob Wanderungen rund um die Drei Zinnen, das Erkunden des Pragser Sees, das Entspannen an der Plätzwiese oder das Genießen der einzigartigen Berglandschaften in Seceda – Südtirol ist ein wahres Paradies für Natur- und Bergfreunde. Die Region ist hervorragend geeignet für einen Roadtrip, bei dem man mit dem Camper unterwegs ist und die Freiheit hat, an den schönsten Orten der Alpen zu übernachten.

Ob man nun die beeindruckenden Dolomiten erklimmt, durch idyllische Dörfer schlendert oder in einem der zahlreichen Campingplätze inmitten der Natur übernachtet – Südtirol bleibt ein unvergleichliches Erlebnis. Und wer die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, kann nicht nur Geld sparen, sondern auch das Abenteuer noch entspannter genießen.

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