Athen erleben: Kultur, Essen & Nachtleben

Bei unserem nächsten Abenteuer nehme ich euch mit nach Athen und auf eine Zeitreise zurück in die Antike. Im Mai des letzten Jahres reiste ich gemeinsam mit zwei Freunden in die Hauptstadt Griechenlands, wo wir vier volle Tage verbrachten. Aus meiner Sicht ist Mai die beste Reisezeit für einen Besuch in Athen. Ich persönlich mag es bei Städtetrips nicht zu heiß, und genau aus dieser Perspektive würde ich sagen, dass die ideale Zeit für eine Besichtigung Athens im April, Mai oder Oktober liegt. Aber auch in den Wintermonaten von November bis März erfreut sich Athen großer Beliebtheit.

Die Stadt hat schließlich einiges zu bieten: Meer, die charmante Gassen und natürlich weltberühmte historische Bauwerke.

1. Tag – Romantische Gassen und lecker Mythos

Wie üblich bei einem Billigflug ging es schon um 6 Uhr früh los in Richtung Athen. 2 Stunden und 10 Minuten später landeten wir am Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos. Von dort nahmen wir den Express-Bus X95 für nur 5,50 € in die Innenstadt zum Syntagma-Platz, in die Nähe unseres Apartments. Die Busfahrt dauerte zwar etwa 15 Minuten länger als die Metro (Linie M3) oder die S-Bahn, war aber etwas günstiger, und wir konnten dabei schon erste Eindrücke von der Stadt sammeln.

Da unser Apartment erst gegen Mittag bezugsfertig war, suchten wir uns ein Frühstückslokal. Im Picky Brunch & Specialty Coffee stärkten wir uns erst einmal und entspannten uns nach der frühen Anreise. Auch dieses Mal hatten wir eine gute Unterkunft (über booking.com gebucht): zentral gelegen und vieles war zu Fuß erreichbar.

Nach dem Check-in machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Nicht weit entfernt spazierten wir durch die für mich schönsten Viertel Athens: Plaka und das angrenzende Anafiotika. Plaka verzauberte uns mit seinen charmanten Gassen, historischen Gebäuden und der lebhaften Atmosphäre, geprägt von Tavernen und Handwerksläden. Anafiotika, etwas ruhiger und auf den Hügeln der Akropolis gelegen, bestach durch seine weiß getünchten Häuser und das fast schon inselähnliche Flair. Von dort aus genossen wir auch erste tolle Ausblicke über Athen.

Auf dem Rückweg machten wir Halt in der Taverna Akropoli, wo wir uns draußen im Schatten unser erstes Mythos-Bier gönnten, dazu Tzatziki und Pita. Das Essen war nichts Besonderes, aber der Ort ideal, um neue Energie zu tanken. Danach trennten sich unsere Wege: Während ich in eine Sportsbar ging, um mein Lieblings-Premier-League-Team zu sehen, erkundeten meine Freunde die Gegend weiter.

Am Abend trafen wir uns am Monastiraki-Platz und gingen gemeinsam essen, bevor wir uns auf eine kleine Bar-Tour begaben. Tipp: In Athen gibt es zahlreiche Restaurants mit Dachterrassen, von denen aus man einen fantastischen Blick über die Dächer der Stadt genießt. Genauso ein Restaurant hatten wir uns ausgesucht – das L’Amiral Athens. Dort haben wir hervorragend griechisch gegessen; ich kann es nur wärmstens empfehlen.

Nach dem Essen schlenderten wir in das hippe Viertel Psyri, das für sein pulsierendes Nachtleben bekannt ist. Rund um den Plateia Iroon („Heldenplatz“) reiht sich eine Bar an die nächste. Von Tavernen mit traditionellen Gerichten und Livemusik bis hin zu modernen Bars mit DJs bietet Psyri eine lebendige Atmosphäre, die bis spät in die Nacht anhält. Wir ließen den Abend entspannt bei ein bis zwei Drinks ausklingen – ein perfekter Abschluss für unseren ersten Tag in Athen.

2. Tag – Akropolis-Desaster und Ausflug nach Piräus

Etwas gezeichnet vom anstrengenden ersten Tag schliefen wir heute ein wenig länger. Auf unserer To-do-Liste stand ganz oben der Besuch der Akropolis, also machten wir uns direkt auf den Weg dorthin. Leider stellte sich heraus, dass das eine weniger gute Idee war – vor Ort warteten riesige Menschenmengen in endlosen Schlangen. Daher entschieden wir uns, den Besuch auf den nächsten Tag zu verschieben, möglichst früh am Morgen, um die Rushhour zu vermeiden.

Spontan erklommen wir stattdessen den benachbarten Hügel der Nymphen. Von dort hatten wir nicht nur eine tolle Aussicht auf die Akropolis, sondern auch einen fantastischen 360-Grad-Blick über ganz Athen. Dieser Hügel ist besonders am Abend zum Sonnenuntergang zu empfehlen – die Stimmung ist dort einfach magisch. Etwas ermüdet von unserer ungeplanten Wanderung legten wir auf dem Rückweg in die Stadt eine Trinkpause ein. Glücklicherweise fanden wir ein Café mit schattigen Plätzchen, um uns abzukühlen. Neben der Erfrischung hatten wir hier auch eine nette Begegnung: In Athen trifft man an vielen Orten Straßenkatzen, die entspannt herumliegen. Es war schön zu sehen, wie liebevoll die Athener mit ihnen umgehen – einige Restaurants kümmern sich sogar regelmäßig um diese Vierpfoter.

Frisch gestärkt machten wir uns am Nachmittag auf den Weg in das Stadtviertel Piräus. Der erste Eindruck: laut, etwas chaotisch, aber lebendig. Hier herrschte ein ganz anderer Vibe als im Zentrum Athens. Piräus ist vor allem als großer Hafen bekannt, von dem zahlreiche Fähren zu den malerischen griechischen Inseln ablegen. Wir schlenderten spontan durch die Straßen, bis wir an einem charmanten Hafenbereich landeten. Dort genossen wir Calamari und Aperol, mit direktem Blick aufs Meer – ein kleines Highlight des Tages.

Von dort spazierten wir entlang der Küste zur nächsten U-Bahn-Station. Auf unserem Weg entdeckten wir ein kleines Bad direkt am Meer und passierten schließlich das Stadion von Olympiakos Piräus, einem der berühmtesten Fußballclubs Griechenlands. Es war beeindruckend, das Stadion aus der Nähe zu sehen.

Wieder zurück in der Stadt kam uns in der U-Bahn eine spontane Idee: Warum nicht den Tag mit einem spektakulären Sonnenuntergang vom Lykabettus-Hügel aus abschließen? Mit unseren letzten Kraftreserven bestiegen wir den steilen Pfad zum Gipfel. Der Aufstieg war anstrengend, doch das Panorama von oben war die Mühe mehr als wert. Der Blick über die beleuchtete Stadt im Abendlicht, kombiniert mit einem kalten Erfrischungsgetränk aus der kleinen Café-Bar, machte diesen Moment unvergesslich. So wurde der zweite Tag zu einem würdigen Abschluss, der uns für alle Strapazen belohnte.

3. Tag – Kultur und Badetag

Heute war es endlich soweit: Wir starteten unseren Tag früh, um die Akropolis zu besuchen. Um 8 Uhr morgens standen wir bereits vor den Toren, und obwohl es eine Warteschlange gab, ging es erfreulich zügig voran. Auf dem Weg zur Akropolis kamen wir am beeindruckenden Odeon des Herodes Atticus vorbei – einem restaurierten Steintheater aus dem Jahr 161 n. Chr., das noch immer als Veranstaltungsort für Konzerte und Aufführungen genutzt wird. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit, einige Fotos davon zu machen.

Oben angekommen, fühlte man sich wahrhaftig wie ein griechischer Gott, der über die Stadt Athen wacht. Umgeben von historischen Bauwerken konnten wir die Ruhe der Morgenstunden genießen und uns alles in Ruhe ansehen. Die Akropolis, eine der bedeutendsten Kultstätten des antiken Griechenlands, diente ursprünglich als religiöser und kultureller Mittelpunkt.

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis setzten wir unser Kulturprogramm fort und besichtigten das Panathinaiko-Stadion, das vollständig aus Marmor gebaut ist. Es gilt als eines der ältesten Stadien der Welt und war Austragungsort der ersten modernen Olympischen Spiele 1896.

Nach so viel Kultur war es Zeit für Entspannung, also ging es Richtung Strand. Ganz bequem brachte uns eine Straßenbahn ohne Umsteigen ans Meer. Unser erster Stopp war die Peñarrubia Lounge, eine gemütliche Beachbar, in der wir uns mit einem Club-Burger stärkten – wirklich köstlich! Den Spruch, man solle direkt nach dem Essen nicht ins Wasser gehen, haben wir wissentlich ignoriert und uns am Kalamaki Beach im Meer abgekühlt.

Der Strand selbst war zwar eher durchschnittlich und nicht mit den Traumstränden auf den griechischen Inseln zu vergleichen, aber er war sauber und bot die ersehnte Erfrischung. So etwas könnte ich mir auch in Wien wünschen! Die nächsten Stunden verbrachten wir entspannt am Strand, bevor wir zurück ins Apartment gingen, um uns für den letzten Abend in Athen frisch zu machen.

Für unser „letztes Abendmahl“ fanden wir eine griechische Taverne im charmanten Viertel Plaka. Im Aerides Plaka Restaurant genossen wir traditionelles, schmackhaftes Essen, begleitet von Livemusik – eine Atmosphäre, in der man sich einfach nur wohlfühlen kann. Den krönenden Abschluss des Abends und unseres Urlaubs feierten wir in der 360 Cocktail Bar. Bei einem oder zwei Cocktails mit Ouzo genossen wir den atemberaubenden Blick auf die beleuchtete Akropolis, über die ein strahlender Vollmond schien – ein unglaublich romantisches Bild, das Athen als Reiseziel für Paare nur noch attraktiver macht.

4. Tag – Erstes Pita Gyros und Abschiedsstress

Den letzten Tag ließen wir entspannt angehen. Nachdem wir unser Gepäck gepackt hatten, unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang durch unser Viertel. Dabei kamen wir an einem echten Instagram-Hotspot vorbei: dem Ellyz Café. Es ist wirklich wunderschön anzusehen, mit all seinen Blumen und Farben – ideal für Instagram-Fans. Für uns war es allerdings nichts, aber falls das für euch interessant ist, schaut unbedingt vorbei.

Anschließend kauften wir noch ein paar Souvenirs für unsere Lieben zu Hause und gönnten uns schließlich das erste – und wahrscheinlich beste – Pita Gyros der Reise. Bei Meet the Greek gab es frisch zubereitetes Gyros mit Pommes direkt im Fladenbrot – ein absolutes Highlight!

Gut gesättigt machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Dank unserer Karte für den öffentlichen Nahverkehr nahmen wir diesmal den Zug. Doch hier erlebten wir noch ein Missgeschick: Wie sich herausstellte, deckte unsere Karte die Fahrt zum Flughafen nicht ab. Ein Passant hatte uns fälschlicherweise anders informiert, und so wurden wir beim Ausstieg kontrolliert und mussten eine Strafe zahlen – etwas, das uns wirklich erspart bleiben hätte können! Daher ein Tipp: Informiert euch vorab genau, welche Tickets ihr für den Transfer benötigt.

Trotz dieser kleinen Panne kamen wir rechtzeitig zum Flug und traten voller schöner Erinnerungen die Heimreise an.

Mein Fazit zur antiken Hautstadt

Vier volle Tage sind ideal, um die ca. vier-Millionen-Einwohnerstadt gut kennenzulernen und genügend Zeit zu haben, die wichtigsten Highlights der Stadt zu erleben. Athen mag auf den ersten Blick manchmal den Eindruck erwecken, nicht die sauberste Stadt zu sein – doch genau das trägt zu ihrem ganz besonderen Charme bei. Die beeindruckenden historischen Gebäude, die über Jahrhunderte inmitten der modernen Stadt überdauert haben, verleihen Athen eine einzigartige, romantische Atmosphäre.

Athen sollte definitiv auf eurer Bucket-Liste stehen, gerade für Pärchen ziemlich gut geeignet! Die Stadt hat bei mir jedenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und ich könnte mir gut vorstellen, noch einmal zurückzukehren. Beim nächsten Mal vielleicht kombiniert mit einem Bootsausflug zu einer der nahegelegenen Inseln für ein bisschen Badeurlaub. Der Strand in der Nähe der Stadt ist zwar gut erreichbar und ganz nett, kommt aber nicht an das Insel-Feeling mit weißen Sandstränden und klarem, türkisblauem Meer heran.

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