Malta stand ehrlich gesagt nie weit oben auf meiner Bucket List. Doch ein Freund wollte dort seinen Geburtstag feiern, und die Aussicht auf einen günstigen Flug ab Wien überzeugte mich schließlich. Obwohl wir Anfang September reisten, erlebten wir vier Tage mit einer intensiven Hitze – Temperaturen um die 30 Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die für mich als Mitteleuropäer schon ungewohnt war. Kaum verließ man die mit Klimaanlage ausgestattete Airbnb-Unterkunft, begann man sofort zu schwitzen, und die Kleidung klebte am ganzen Körper. Trotzdem möchte ich mich nicht beklagen – in Wien war es um diese Zeit bereits herbstlich und kühl.
Unsere Unterkunft lag in Sliema und war strategisch gut gewählt. Da wir durchgehend ein Mietauto zur Verfügung hatten, waren wir flexibel und konnten sowohl die Badestrände als auch die Hauptstadt Valletta schnell erreichen.
In diesem Artikel möchte ich euch unsere Reiseerfahrungen auf Malta näherbringen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse schildern sowie sowohl die Stärken als auch die Herausforderungen dieser Insel beleuchten.
1. Tag – Flug und Mietauto checken
Am Freitag kamen wir zwar spät am Abend an, doch die Übergabe des Mietwagens gestaltete sich überraschend unkompliziert. Am Flughafen führte uns die gut sichtbare Beschilderung problemlos zu den Mietwagenfirmen. Schließlich erreichten wir eine Parkgarage, in der uns im Büro unseres Anbieters bereits jemand erwartete. Nach kurzer Erledigung der Formalitäten erhielten wir direkt die Autoschlüssel – alles lief reibungslos. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Autounion, die wir über rentalcars.com gebucht haben!
Falls ihr nach Malta reisen solltet: Nehmt euch unbedingt einen Kleinwagen als Mietwagen! Ein Kleinwagen ist völlig ausreichend, ihr findet überall einen Parkplatz und könnt die Inseln ohne Probleme erkunden. Für alle, die es nicht wissen: Malta besteht aus drei Inseln – der Hauptinsel Malta, Gozo und Comino. Und falls ihr den Linksverkehr noch nicht kennt: Keine Sorge, ihr gewöhnt euch schnell daran, selbst wenn ihr normalerweise den Rechtsverkehr gewohnt seid.
Am selben Abend sind wir nur noch zu unserem Airbnb gefahren, haben dort eingecheckt, ein paar Dinge im Supermarkt besorgt und sind früh schlafen gegangen, um für den nächsten Tag fit zu sein.
2. Tag – Valletta und erster Sprung ins Meer
Gut ausgeschlafen starteten wir entspannt in den Tag und frühstückten gemütlich in unserem Airbnb. Danach machten wir uns mit dem Auto auf den Weg in die Hauptstadt Valletta. Da die Parkplatzsituation dort eher schwierig ist, entschieden wir uns für einen gebührenpflichtigen Parkplatz in der Nähe des Independence Grounds. Die Kosten hielten sich aber in Grenzen. Von dort aus war es nicht weit zu Fuß in die Altstadt.
Da es bereits am frühen Morgen unglaublich heiß war, war es wichtig, stets eine Wasserflasche dabeizuhaben. Unser erstes Ziel waren die öffentlich zugänglichen Parks: Upper und Lower Barrakka Gardens. Die wunderschön angelegten Gärten boten tolle Ausblicke und war ein Highlight unseres Besuchs. Danach schlenderten wir durch die Stadt.
Pünktlich um 12 Uhr wurden wir von einem lauten Kanonenschuss aufgeschreckt – ein traditionelles Ritual in Valletta. Täglich um 12 Uhr und 16 Uhr wird ein Kanonenschuss aus der Saluting Battery abgefeuert, die sich auf der Terrasse unterhalb des Upper Barrakka Gardens befindet. Der Schuss ist so laut, dass einem beinahe die Haare zu Berge stehen! Leider haben wir es während unseres Aufenthalts nicht geschafft, die Zeremonie aus der Nähe zu beobachten. Es lohnt sich aber definitiv, das mitzunehmen, wenn man zu dieser Zeit vor Ort ist.
Die Zeit in der Stadt war sehr angenehm. Besonders in Erinnerung geblieben ist die St. Ursula Street mit ihren hübschen Häusern und den typischen, farbigen Balkonen. Auch die Türen mit ihren besonderen Türklopfern, die typisch für Malta sind, sind uns positiv aufgefallen. Ansonsten kann ich nur empfehlen, durch die Gassen zu schlendern und einfach dort einzukehren, wo es einem gefällt. Wer auf der Suche nach Kaffee und leckeren Bäckereien ist, wird am St.-Georg-Platz und dem Platz vor der St. John’s Co-Cathedral fündig. An letzterem wurde während unseres Besuchs sogar Live-Musik gespielt, was die Atmosphäre deutlich bereichert hat. Abgesehen davon gab es jedoch nichts wirklich Spektakuläres zu entdecken.
Nach einem ausgiebigen Spaziergang stärkten wir uns mit Pasta und kehrten anschließend zum Auto zurück. Angesichts der Hitze zog es uns direkt ans Meer zum Baden und weiter in den Süden der Hauptinsel Malta. Unsere erste Anlaufstelle war St. Peter’s Pool. Der Ort war wunderschön, aber aus unserer Sicht leider viel zu überlaufen. Die Hauptattraktion vor Ort war ein älterer Mann mit seinem Hund. Beide begeisterten die Menge mit beeindruckenden Sprüngen von den Klippen und dürften wohl auch schon auf Social Media viral gegangen sein sein.
Was uns negativ auffiel, war die hohe Wassertemperatur. Gefühlt lag diese bei etwa 28 Grad – und das im September! Von Abkühlung konnte daher kaum die Rede sein.
Auf dem Rückweg besuchten wir einen weiteren Strand: den St. Thomas Bay. Dieser Strand gefiel uns besonders gut, da er angenehm ruhig war und wenig von Touristen frequentiert wurde. Der Steinstrand, mit seiner typisch beigefarbenen Sandstein-Optik, war ein echter Hingucker. Dort genossen wir den Sonnenuntergang und wagten uns noch einmal ins Wasser, auch wenn es kaum abkühlte.
Den Abend ließen wir entspannt im Airbnb ausklingen – mit gutem Essen und Gesprächen.






3. Tag – Geburtstag und Gozo
Der dritte Tag unserer Reise stand an, und es war ein besonderer Anlass: der Geburtstag des Freundes. Standesgemäß dekorierten wir den Küchentisch festlich und überraschten ihn mit einem leckeren Frühstück, inklusive Geburtstagskuchen mit Kerze. Nach dem Frühstück, bei dem wir uns alle gut gestärkt hatten und das Geburtstagskind ordentlich hochleben haben lassen, machten wir uns auf den Weg nach Gozo, die zweitgrößte Insel von Malta.
Von unserem Airbnb aus fuhren wir etwa 45 Minuten quer über die Insel zur Autofähre, die uns zur kleinen Nebeninsel brachte. Dort angekommen, erkundeten wir Gozo und besuchten aufgrund der heißen Temperaturen ein paar Badeorte. Besonders im Gedächtnis blieb uns die Bucht Dwejra Bay, die einem natürlichen Pool glich. Allerdings unser Tipp: unbedingt früh dran sein, um Menschenmassen zu vermeiden, und unbedingt Badeschuhe mitnehmen, da die Steine dort sehr scharfkantig sind. Zwar waren in diesem natürlichen Pool keine Quallen zu sehen, doch an einer anderen Stelle der Bucht tummelten sie sich. Laut den Einheimischen handelt es sich dabei jedoch um eine ungefährliche Art, zumindest jene, die wir gesichtet haben. Zusätzlich gab es einen weiteren Zugang zum Meer, wo kaum bis gar keine Quallen vorkamen. Welche Quallen im Mittelmeer eine Gefahr darstellen und welche nicht, hat die Süddeutsche Zeitung ganz gut mit Bildern zusammengefasst.
Weitere Strände auf unserer Liste waren der San Blas Beach und Mġarr ix-Xini, wobei letzterer ein wenig enttäuschte. Der San Blas Beach hatte hingegen durch seine rötliche Sandfarbe und die Möglichkeit, etwas abseits Privatsphäre zu finden, durchaus Charme. Allerdings fehlten schattige Plätze und ein weicher Untergrund – also gut vorbereitet hingehen!
Auf dem Rückweg nahmen wir erneut die Fähre und wurden auf der Fahrt mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang belohnt. Zur Feier des Tages gingen wir abends Pizza essen. Als Überraschung kam ein weiterer Freund dazu, was den Tag perfekt abrundete. Wir ließen den Abend entspannt ausklingen und freuten uns auf den morgigen Tag, an dem wir die Blaue Lagune besuchen wollten.
4. Tag – Blaue Lagune auf Comino
Seit dem Vorabend war unsere Reisegruppe nun auf vier Personen angewachsen. Der heutige Höhepunkt war ein Bootstrip zur berühmten Blauen Lagune mit ihren beeindruckenden Höhlen und den schillernden Blautönen des Meeres. Damit besuchten wir die letzte der maltesischen Inseln und hatten Malta komplett erkundet.
Wie am Vortag fuhren wir mit dem Auto in den Norden der Insel, um von dort aus mit einem kleinen Boot nach Comino überzusetzen. Die Boote verkehren in regelmäßigen Abständen, was die Organisation unkompliziert machte. Auf Comino angekommen, wurden wir direkt mit dem „Massentourismus par excellence“ konfrontiert: unzählige kleine Stände, die Essen und Getränke anboten, und eine große Anzahl an Booten – privat wie organisiert –, die in der Lagune festgemacht hatten.
Trotz der unglaublichen Schönheit des türkisfarbenen Wassers fühlten wir uns von den Menschenmassen überfordert. Kurzerhand beschlossen wir, uns abseits der Hauptströme auf die Suche nach einem ruhigeren Plätzchen zu machen. Nach einem kleinen Fußmarsch fanden wir schließlich eine wunderbare, abgelegene Bucht, wo nur ein kleines Motorboot angelegt hatte.
Der Zugang zum Meer war zwar etwas beschwerlich, und von bequemem Liegen konnte keine Rede sein, doch die Umgebung war es absolut wert. Mit Taucherbrille ausgestattet, beobachteten wir kleine Korallen und einzelne Quallen aus nächster Nähe. Es war wunderbar ruhig und entspannend.
Nach dieser Pause setzten wir unseren Weg fort und erreichten schließlich einen kleinen, charmanten Strand. Dort gönnten wir uns eine Stärkung bei einer Imbissbude, bevor wir zurück zum Ausgangspunkt wanderten. Auch auf Comino mussten wir feststellen: Gut ausgerüstet zu sein, war essenziell – Schatten gab es praktisch keinen. Eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz waren also unverzichtbar.
Nach dem Transfer zurück zur Hauptinsel und der Rückfahrt mit dem Auto kehrten wir schließlich zum Airbnb zurück. Am Abend trafen wir uns noch mit einem Freund auf ein Getränk im Surfside. Dieser Ort war ideal, um gemütlich direkt am Meer zu sitzen und sich zu unterhalten. In der Nähe des Restaurants lagen die Roman Baths, Becken mit Meerwasser – ein wirklich reizvoller Anblick.
Während des Gesprächs erzählte unser Freund, dass viele Südamerikaner nach Malta gezogen seien, da ein maltesisches Arbeitsvisum es Nicht-EU-Bürgern ermöglicht, dort zu arbeiten und zu leben. In anderen EU-Staaten seien die Regelungen oft strenger. Malta schien, seiner Meinung nach, besonders bei Partygängern und Auslandsstudierenden beliebt zu sein, da es viele Clubs und ein reges Nachtleben gebe.
Nach dieser entspannten Unterhaltung machten wir uns auf den Heimweg und gingen zufrieden schlafen – bereit für weitere Abenteuer am nächsten Tag.



5. Tag – Kultur und Abschied
Am letzten Tag unserer Reise stand noch einmal Kultur auf dem Programm. Nach einem ausgiebigen Frühstück im WOM – Word of Mouth, einem hippen Café, bei dem wir mit Chips ausgestattet wurden, um alte Klassiker auf der Musikbox auszuwählen und abzuspielen, machten wir uns auf den Weg.
Mit dem Auto fuhren wir nach Marsaxlokk, einem charmanten Fischerdorf im Süden Maltas, das für seinen Markt bekannt ist. Dort schlenderten wir über den bunten Markt, der direkt am Meer liegt. Die Szenerie war malerisch: der geschäftige Markt im Vordergrund, dahinter das Meer mit den vielen farbenfrohen Fischerbooten. Auf dem Markt entdeckten wir Kaktusfrüchte, die wir günstig erwarben. Die Früchte wachsen überall in Malta entlang der Straßen, daher wollten wir sie unbedingt probieren. Mein Fazit: Sie sind zwar nicht mein Geschmack, aber ganz okay.
Anschließend ging es weiter nach Birgu, direkt neben Valletta gelegen. Dort machten wir mit einer kleinen Touristenbahn eine interessante Stadtführung und spazierten danach durch den Hafenbereich. Die kleinen Gassen und historischen Gebäude, in denen teils Szenen für die Kultserie „Game of Thrones“ gedreht wurden, erinnerten an eine andere Zeit und waren ein Traum zum Durchschlendern.
Zum Abschluss unserer Reise setzten wir uns in ein gemütliches Café, das Café Riche, wo wir die letzten Stunden entspannt verbrachten. Schließlich ging es zum Flughafen, wo wir unseren Rückflug nach Wien antraten – erfüllt von wunderschönen Eindrücken und Erinnerungen an eine gelungene Reise.



Fazit unserer Reise nach Malta
Die Hitze war eine große Herausforderung – da es Anfang September noch immer sehr heiß war, kann ich nur raten von Juli bis Mitte September Malta zu vermeiden. Wer trotzdem zu dieser Jahreszeit reist, sollte unbedingt ausreichend Getränke, eine Kopfbedeckung und Sonnencreme dabeihaben.
Wenn ich nochmal hinfliegen sollte, würde ich mir auf alle Fälle die Kanonenzeremonie in Valletta und das Dorf Popeye Village ansehen wollen. Gozo hat mich persönlich nicht voll überzeugt, bietet sich aber für einen weiteren Badeurlaub durchaus an. Sans Pans – die langjährige Stätte zur Salzgewinnung mit Salzpfannen – soll angeblich auch sehr sehenswert sein, haben wir allerdings verpasst. Die Blaue Lagune war atemberaubend schön, jedoch stark überlaufen – wie bei vielen beliebten Orten lohnt sich auch hier ein frühes Erscheinen.




Malta selbst ist insgesamt sehr steinig und geprägt von felsigen Küsten und Klippen. Badeschuhe sind daher unverzichtbar. Wer ausschließlich einen entspannten Badeurlaub sucht, für den könnte Malta eventuell nicht die erste Wahl sein.
Für die Fortbewegung kann ich wärmstens einen Kleinwagen als Mietwagen empfehlen. Wir waren dadurch flexibel, hatten keine Probleme beim Parken, und es war erstaunlich günstig.
Eine Enttäuschung war die lokale Küche, die wir nur schwer finden konnten. Authentische Gerichte schienen entweder gut versteckt oder weniger präsent. Wir entschieden uns bewusst gegen den traditionellen Kanincheneintopf, der oft empfohlen wird, aber uns nicht ansprach.
Abschließend bleibt zu sagen, dass Malta viele wunderschöne Orte bietet, die besonders für Liebhaber von Kultur, Geschichte und Natur lohnenswert sind. Mit besserer Vorbereitung oder einem Besuch außerhalb der Sommermonate wäre die Reise für mich vielleicht noch entspannter gewesen.

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